
Hast du schon mal den Titel einer Seite oder eines Beitrags in WordPress geändert und festgestellt, dass die Verlinkung in sozialen Medien oder innerhalb deiner Website plötzlich zu einer Fehlerseite führt? Das Problem kann man beheben, indem man eine „301 Redirect“-Weiterleitung einrichtet – ohne ein neues Plugin installieren zu müssen. Ich erläutere, warum das wichtig ist, kläre dich über die Fachbegriffe auf und führe dich Schritt für Schritt durch die Anleitung.
Die nachfolgenden Ausführungen richten sich sowohl an Anfänger:innen als auch fortgeschrittene WordPress.org-Nutzer:innen, die ihre Internetseite beim Webhosting-Anbieter auf einem Apache-Server gespeichert halten. Das WordPress-Verzeichnis muss demnach eine .htaccess-Datei enthalten. Für Nginx- oder WordPress.com-Nutzer:innen könnten die Erläuterungen dennoch hilfreich sein.
Warum eine 301 Redirect-Weiterleitung einrichten?
Das kennst du sicher, wenn du im Internet (auf einer Webseite, in sozialen Medien, im Messenger oder woanders) dazu aufgefordert wirst, ein Lesezeichen zum Beitrag zu setzen, damit du den Link zu einem späteren Zeitpunkt wiederaufrufen kannst.
Dann rufst du den Link zu einem späteren Zeitpunkt wieder auf, aber anstatt des Beitrags erscheint eine Fehlermeldung oder 404-Fehlerseite im Browser, die meist darauf aufmerksam macht, dass die Seite, die du über einen Link aufgerufen hast, nicht (mehr) existiert. Also was machst du? Klar. Du löschst das Lesezeichen und suchst die Lösung woanders.
So sieht die 404-Fehlerseite von ROCK DEINEN PC (UND WP) derzeit aus, die du hoffentlich nie sehen wirst. 😎
Doch was ist, wenn der Beitrag (oder eine Seite) auf deiner eigenen WordPress-Website noch existiert, du aber lediglich den Titel geändert hast? Kurze Antwort: Pech. 🙁 Die Webseite ist für Besucher:innen zu einem späteren Zeitpunkt nicht mehr auffindbar (auch nicht innerhalb deiner Website bei Aufruf von internen Verlinkungen), solange du keine weiteren Maßnahmen ergreifst.
Denn mit Änderung des Titels wurde von WordPress automatisch auch der Link geändert, angepasst an den neuen Titel.
Aus diesen Gründen ist es wichtig, rechtzeitig eine dauerhafte Weiterleitung vom alten zum neuen Link einzurichten.
Das erreicht man nur mit einem „301 Redirect“.
Was bedeutet „301 Redirect“ genau?
Der Begriff redirect kommt wie so vieles im World Wide Web aus dem Englischen und bedeutet frei übersetzt „umleiten“. Genau genommen müsste also von Umleitung gesprochen werden, wenn ein Link zu einem anderen Link führt: Eine Webseite wird zu einer anderen Webseite umgeleitet. Es heißt ja auch Umleitung im Straßenverkehr und nicht Weiterleitung.
Auf der „Datenautobahn“ (kultige Bezeichnung für Internet aus den 1990er Jahren) hingegen hat sich über die Jahrzehnte der Begriff Weiterleitung im deutschsprachigen Raum durchgesetzt, zum Beispiel: „Sie werden zu unserer neuen Seite weitergeleitet.“
Wenn von Redirect die Rede ist, ist also eine Weiterleitung von einer URL zu einer anderen URL gemeint.
Wobei man zwischen „302 Redirect“ (vorübergehende bzw. temporäre Weiterleitung) und „301 Redirect“ (dauerhafte Weiterleitung) unterscheidet.
Da eine temporäre Weiterleitung bei WordPress-Beiträgen oder -Seiten, bei denen es darauf ankommt, dass sie auch nach Änderung des Titels auffindbar bleiben, keinen Sinn macht, konzentriere ich mich in diesem Artikel auf „301 Redirect“-Weiterleitungen.
Und was ist eine „URL“?
Eine URL ist eine eindeutige Internetadresse, unter der in diesem Fall ein Beitrag oder eine Seite zu finden ist (genauer erkläre ich das in meinem Glossar).
So eine URL kann ziemlich lang sein, beispielsweise:
https://www.example.com/kategorie/das-ist-mein-link-zu-meinem-beitrag-mit-viel-informationen-zu-wordpress/
TIPP: Manche Links sind sogar so lang, dass sie über den Rand des Bildschirms eines mobilen Endgerätes hinausragen, weshalb ich den Artikel Lange Links im Text umbrechen in WordPress verfasst habe (ein Trick, den ich im oben genannten URL-Beispiel angewandt habe).
Jetzt, wo du mit den Begriffen „301 Redirect“ und „URL“ vertraut bist, wenden wir das auf WordPress an.
WordPress-Beiträge und -Seiten haben einen „Permalink“ und eine „Titelform“
Schon wieder zwei Fachbegriffe?! Keine Bange. WordPress nennt die URL jeder Seite und jedes Beitrags eben Permalink und verdeutlicht damit, dass es sich dabei um permanente (nicht ändernde) Links handelt, die zu deinem Beitrag oder deiner Seite führen.
Wichtiger bei der Bearbeitung von Beiträgen und Seiten ist jedoch die „Titelform“:
Bist du im WordPress-Dashboard eingeloggt, navigierst zur Beitragsübersicht („Beiträge“ / „Alle Beiträge“) und gleitest mit der Maus über einen Titel, dessen Beitrag bereits veröffentlicht wurde, kannst du auf „Schnellbearbeitung“ klicken oder tippen und es öffnet sich ein Eingabefenster. Dort findest du unter dem Titel ein Feld namens „Titelform“, so wie hier in meinem Beispiel zum 5-jährigen Blog-Jubiläum:
Im Gegensatz zum Permalink handelt es sich bei der Titelform lediglich um den Teil der URL, der nach Veröffentlichung des Beitrags automatisch an die Internetadresse deiner Website angehängt wird. „Titelform“ steht also für den „Titel“ deines Beitrags oder deiner Seite und „form“ für die URL-spezifische Form mit Kleinbuchstaben, umgewandelten Umlauten (aus ä wird ae, aus ü wird ue, usw.) und Bindestrichen zwischen jedem Wort.
Damit du beide WordPress-Begriffe leichter unterscheiden kannst, hier ein Beispiel:
Titelform: mein-beitragstitel
Permalink: https://example.com/mein-beitragstitel/
Bei dem letztgenannten Link handelt es sich um die URL, unter der dein WordPress-Beitrag dauerhaft (permanent) im Internet zu finden ist, also die feste Internetadresse deines Beitrags.
HINWEIS: Sofern du noch mit dem herkömmlichen klassischen Editor (Classic-Editor) von WordPress arbeitest, wird dir der vollständige Permalink in jedem geöffneten Beitrag und jeder geöffneten Seite in WordPress angezeigt, nachdem du auf „Beitrag bearbeiten“ oder „Seite bearbeiten“ geklickt oder getippt hast. Im aktuellen Gutenberg/Block-Editor ist das bisher nicht der Fall. Dort wird lediglich die „Titelform“ der URL angezeigt.
Die Titelform kann man in WordPress bearbeiten
Standardmäßig passt sich die Titelform (und damit der Permalink) bei jeder Bearbeitung des Beitragstitels oder Seitentitels automatisch an den Titel an, sobald du ihn umbenennst. Du hast aber auch die Möglichkeit, diesen selbst zu ändern.
Beispiel:
Titel VORHER: Mein erster Beitrag
Titel NACHHER: Mein zweiter Beitrag
Titelform VORHER: mein-erster-beitrag
Titelform NACHHER: mein-zweiter-beitrag
Hier zwei Beispielvorschauen vom Classic-Editor und Block-Editor:
Diese Änderung kann nützlich sein, wenn du Wert auf kurze Links legst, kein Geld für Kurzlinks-Dienste ausgeben möchtest oder anderweitige Unterscheidungen zum Beitragstitel herstellen möchtest. Hat aber auch einen Nachteil: Kurze oder umbenannte Links geben meist keinen genauen Hinweis darauf, was Nutzer:innen auf der Seite erwarten können.
Lässt man hingegen den Link so, wie er von WordPress automatisch aus dem Titel des Beitrags oder der Seite erzeugt wird, profitiert man von „sprechenden URLs“. Diese wirken professioneller und vertrauenserweckender als Kurzlinks oder umbenannte Links (vorausgesetzt, du hast einen zum Beitrag passenden Titel gewählt).
Ein weiterer Nachteil: Änderst du die Titelform, nachdem du einen Beitrag oder eine Seite veröffentlicht hast, tritt genau das gleiche Problem auf, als wenn du den Titel nachträglich änderst, wie anfangs beschrieben. Der angeklickte/angetippte Link in den sozialen Medien, in einer Suchmaschine, in KI-Chats, aus einer E-Mail oder einem Messenger heraus erzeugt eine Fehlermeldung im Browser oder führt zur 404-Fehlerseite deiner Website. Sprich: Der Beitrag oder die Seite ist nicht mehr erreichbar.
Um genau diese Probleme zu verhindern, braucht es eine Umleitung <hüstel> Weiterleitung.
Hier kommt die Lösung.
301 Redirect Weiterleitung in WordPress einrichten
Eine „301 Redirect“-Weiterleitung sorgt dafür, dass dein Beitrag (oder deine Seite) auch nach Änderung des Titels überall im Internet, wo du ihn verlinkt bzw. verbreitet hast, sowie innerhalb deiner Website, auffindbar bleibt. Das bedeutet: Immer, wenn jemand irgendwo im Internet auf den alten Link deines Beitrags klickt/tippt, gelangt er automatisch zum neuen Link deines alten Beitrags mit dem neuen Titel.
Das klingt doch allemale besser als „Pech – die Webseite ist nicht mehr auffindbar / existiert nicht mehr“. 🙂
Bereit, die Sache anzugehen? Super! Dann mal los.
Hier kommt die Anleitung.
Ich habe ja zu Anfang erläutert, dass die Weiterleitung ohne Plugin erfolgen kann. Schließlich soll deine Website nicht mit einem weiteren Plugin belastet werden, das unnötig Speicherplatz schluckt oder gar den Aufruf deiner Website verlangsamt. Daher greifen wir auf die .htaccess-Datei zurück.
Angenommen, du hast einen bereits veröffentlichten Beitrag mit dem Titel: Mein alter Beitragstitel.
Dann lautet die URL (beispielhaft):
https://www.example.com/mein-alter-beitragstitel
Nun möchtest du den Titel ändern (umbenennen) zu: Mein neuer Beitragstitel.
Die neue URL lautet dann (beispielhaft):
https://www.example.com/mein-neuer-beitragstitel
Also gehst du wie folgt vor:
- Merke oder notiere dir die aktuelle Titelform des veröffentlichten Beitrags, dessen Titel du ändern möchtest (in meinem Beispiel: mein-alter-beitragstitel).
- Vergebe deinem Beitrag einen neuen Titel (ändere den Titel, in meinem Beispiel zu „Mein neuer Beitragstitel“) und speichere den Beitrag (über den Button „Speichern“ oder „Aktualisieren“).
- Merke oder notiere dir die neue Titelform des Beitrags (in meinem Beispiel: mein-neuer-beitragstitel).
- Öffne jetzt dein FTP-Programm (zum Beispiel FileZilla) auf deinem Computer und verbinde dich mit dem Server deiner Website (hast du das noch nie gemacht, nehme dir bitte die Zeit und gehe meine Anleitung zur Installation von FileZilla durch). Alternativ logge dich bei deinem Webhosting-Anbieter ein und navigiere dort zum Webverzeichnis deiner WordPress-Website.
- Öffne die .htaccess-Datei im Hauptverzeichnis deiner WordPress-Website (per Rechtsklick auf die .htaccess und im Auswahlmenü per Linksklick auf „Ansehen/Bearbeiten“ oder eine ähnliche Bezeichnung).

- Füge folgende Code-Zeilen per Copy & Paste (Kopieren und Einfügen) in die .htaccess ein – WICHTIG dabei ist, dass der Code nach der Zeile „# END WordPress“ und vor der Zeile „Options -Indexes“ eingefügt wird:
# Weiterleitung Beitrag/Seite Redirect 301 /mein-alter-beitragstitel/ https://www.example.com/mein-neuer-beitragstitel/
(Nach Einfügen des Codes in die .htaccess-Datei erscheint der Code farblos – du musst also genau hinschauen ab Punkt 7 oder beherzige den TIPP nach Punkt 10).
- Ersetze nun die Angaben mein-alter-beitragstitel und mein-neuer-beitragstitel durch die alte und neue Titelform deines Beitrags. BEACHTE dabei, dass du alle Leerzeichen beibehältst und keines der anderen Zeichen des Codes löschst oder überschreibst!
- Im nächsten Schritt ersetze www.example.com durch den Domainnamen (die Internetadresse) deiner Website (mit oder ohne „www“).
- Speichere die Eingaben (indem du in der .htaccess auf Datei / Speichern klickst oder tippst).
- Zuguterletzt trenne die Verbindung zum Server (oder logge dich beim Webhosting-Anbieter aus).
Geschafft. Gut gemacht!
TIPP: Falls du unsicher bist, was das Einfügen des Codes und das Ersetzen anbelangt: Kopiere den oben genannten Code, füge ihn in eine Text-Datei auf deinem Computer (zum Beispiel im „Editor“ von Windows 11) ein und passe den Code an, wie oben beschrieben. Anschließend kannst du den angepassten Code in deine .htaccess-Datei einfügen.
Überprüfen kannst du die Einstellung, indem du jetzt einfach den alten Link im Browser aufrufst (in meinem Beispiel: https://www.example.com/mein-alter-beitragstitel). Dann muss sich sofort dein Beitrag unter der neuen URL (in meinem Beispiel: https://www.example.com/mein-neuer-beitragstitel) öffnen.
Gratuliere! Hat alles geklappt, konntest du soeben erfolgreich eine 301 Redirect-Weiterleitung von der alten zur neuen URL deines Beitrags oder deiner Seite in WordPress einrichten und es erscheint keine Fehlermeldung oder 404-Fehlerseite bei Aufruf des alten Links, egal von welcher Quelle.
Ein letzter Tipp: Musst du mehrere Weiterleitungen einrichten, kannst du den Code in der .htaccess-Datei einfach um mehrere „Redirect 301“-Code-Zeilen ergänzen. 😉
Namira McLeod. Administratorin und Gründerin von ROCK DEINEN PC (und WP). Arbeit mit WordPress seit 2003, mit Windows und im Internet seit den 1990ern. Alle meine Tipps und Anleitungen sind praxiserprobt, damit du dein Vorhaben möglichst einfach und schnell umsetzen kannst. Helfen sie dir weiter, freue ich mich über einen Obolus. Solltest du andere Erfahrungen gemacht haben, freue ich mich über deinen Hinweis.




